Home

Jeder Mensch hat sein ureigenstes “Goldland” und sucht sich in jedem Lebens- und Wirkungsbereich immer das aus, was am meisten mit seinen inneren Idealen, Überzeugungen und Vorstellungen korrespondiert und übereinstimmt. In einer gewissen Hinsicht sagen diese Daten eines Menschen nicht nur etwas aus über seine Sicht der Welt und ihn selbst, sondern lassen erahnen, wonach er sich in seinem Innersten sehnt, trachtet und dürstet.
In unserer immer inhaltsleerer werdenden Zeit, in der der “innere Held” ersetzt wird durch den “inneren Antihelden” und wahre Werte als Kitsch abgetan werden (oder immer mehr dazu gemacht werden), erinnern uns ein Monet, ein Turner oder ein Michelangelo an eine Zeit, in der es noch “erlaubt” war, den Menschen heldenhaft oder eine Landschaft romantisch, “ideal” und “schön” darzustellen.
Unser gegenwärtiger “Superrealismus” in jeglichen Bereichen (nicht nur in der Kunst), der eigentlich ein “Superrationalismus” ist, hat durchaus seine Berechtigung - ist er doch der zeitgeistige Ausdruck davon, wie der Mensch sich selbst sieht und begreift - jedoch verneint er oft die innere Dimension des Menschen und der ihn umgebenden Mitschöpfung, oder verzerrt sie so, dass der Fokus lediglich auf das problemhafte und düstere gelegt wird, ohne die “andere Seite” - die ja offiziell “Kitsch” ist - zu berücksichtigen. Um genau diese “andere Seite” - man kann sie auch mit den Worten “magisch” oder “mystisch” umschreiben - geht es mir bei der Malerei.
 

Gondor_302

Zwei Aussagen von Seth veranschaulichen diese Thematik meiner Meinung nach sehr gut:

+++
“Eure Zivilisationen haben ihre grössten Leistungen im Lauf jener Epochen erbracht, in denen der Mensch zutiefst an die Sinnhaftigkeit des Lebens im allgemeinen und an die Sinnhaftigkeit des Individuums im Bezugsrahmen des Lebens glaubte.”
+++
“Der Mensch braucht das Gefühl, dass er tatsächlich vorankommt; doch technologischer Fortschritt allein stellt eine vergleichsweise oberflächliche Errungenschaft dar, wenn sie nicht von einer Zunahme der gefühlsmässigen Einsicht begleitet ist - dem wachsenden Empfinden des Menschen, mit sich und der Welt der Natur im Einklang zu sein.”
+++

Goldland1_Entw.1_mit_schw._Rand._verbreitet_m.Schr_Kopie02


In einer klaren Frühlings- oder Sommernacht, in der der frische Geruch von Wald und Heu durch den lauen Wind unsere Lunge und schliesslich unser Innerstes erfüllt, oder an einem kühlen Herbsttag, an dem man den nahenden Winter förmlich riechen kann, sind wir näher dran am “SEIN” und am Leben als in vielen anderen Momenten, von denen wir dies annehmen und die wir ach so schnell hochhalten und auf die liebgewonnenen Podeste unserer Selbstzentriertheit stellen. Wir haben verlernt, das “wahre” und mystische in uns und in unserer Mitschöpfung wahrzunehmen und das Tor zu unserem  “Goldland” ist oft verschüttet oder verstopft.

Zu helfen, es wieder ein wenig zu öffnen und den Menschen an seine mystische innere Herkunft zu er-innern, könnte vielleicht die - wenn man so will - “innere Aufgabe” meiner Bilder sein, und hierin finden sie ihre Werterfüllung.



Mein “Goldland” habe ich übrigens auch musikalisch umgesetzt - wenn Sie Lust und Zeit haben, können Sie ja mal
reinhören.
Ansonsten bedanke ich mich herzlich für die Ehre Ihres Besuchs - vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder!
 

Red_Hill_Town_2_gross

HOME